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<journal-title>Literator - Journal of Literary Criticism, Comparative Linguistics and Literary Studies</journal-title>
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<subject>Book Review</subject>
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<article-title>Ludwig Tieck&#x2019;s Puss-in-Boots and Theater of the Absurd: A Commentated bilingual edition</article-title>
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<surname>van Hertbruggen</surname>
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<aff id="AF0001"><label>1</label>Deutsche Literatur, Universit&#x00E4;t Antwerpen, Belgium</aff>
<aff id="AF0002"><label>2</label>Research Foundation &#x2013; Flanders (FWO), Brussels, Belgium</aff>
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<corresp id="cor1"><bold>Corresponding author:</bold> Anneleen van Hertbruggen, <email xlink:href="anneleen.vanhertbruggen@uantwerpen.be">anneleen.vanhertbruggen@uantwerpen.be</email></corresp>
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<pub-date pub-type="epub"><day>09</day><month>05</month><year>2016</year></pub-date>
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<product product-type="book"><source>Ludwig Tieck&#x2019;s Puss-in-Boots and Theater of the Absurd: A Commentated bilingual edition</source> <person-group person-group-type="editor"><string-name><given-names>Gerald</given-names> <surname>Gillespie</surname></string-name> (ed. &#x0026; trans.)</person-group> <isbn>978-2-87574-026-7</isbn> <publisher-name>P.I.E. Peter Lang</publisher-name>, <publisher-loc>Brussels</publisher-loc>, <year>2013</year>, <fpage>154</fpage>pp., <comment>&#x20AC;38.50&#x002A;</comment><comment>&#x002A;, Book price at the time of review</comment></product>
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<p>Gerald Gillespie &#x00FC;bersetzte schon <italic>Luces de Bohemia</italic>, ein absurdes iberisches Werk von Ram&#x00F3;n Mar&#x00ED;a del Valle-Incl&#x00E1;n und in Zusammenarbeit mit Anthony Zahareas auch Ernst Klingemanns <italic>Die Nachtwachen von Bonaventura.</italic> Wegen seines Interesses am absurden Theater &#x00FC;bersetzte er <italic>Der</italic> <italic>gestiefelte Kater</italic> in den 1970er Jahren zum ersten Mal ins Englische. Heute bietet Gillespie mit seinem Buch <italic>Ludwig Tieck&#x2019;s Puss-in-Boots and Theater of the Absurd. A commentated bilingual Edition</italic> eine zweisprachige und kommentierte Neuausgabe dieses St&#x00FC;ckes an. Die Zielsetzung des vorliegenden Buches wird wahrscheinlich am besten mit einem Satz aus dem Vorwort des Herausgebers zusammengefasst:</p>
<disp-quote>
<p>Since <italic>Puss-in-Boots</italic> in English has meanwhile gone out of print, I have decided to bring it back in a commentated form as a helpful &#x2013; and eminently playable &#x2013; exemplar of Romantic imagination and one well-suited to illustrate the theatrical revolution ancestral to several strands of writing at the turn of the nineteenth to the twentieth century, in addition to Tieck&#x2019;s general precursor role in an earlier fin-de-si&#x00E8;cle. (Gillespie <xref ref-type="bibr" rid="CIT0004">2013</xref>:10)</p>
</disp-quote>
<p>Gillespie macht diese Kom&#x00F6;die, die das franz&#x00F6;sische Kinderm&#x00E4;rchen <italic>Le ma&#x00EE;tre Chat ou le chat bott&#x00E9;</italic> aus der Sammlung <italic>Histoires ou Contes du temps pass&#x00E9; &#x2013; Contes de ma m&#x00E8;re l&#x2019;Oye</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="CIT0010">1697</xref>) von Charles Perrault als Vorlage hat, dem modernen englischsprachigen Leser nicht nur mittels der &#x00DC;bersetzung, sondern auch wegen der ausf&#x00FC;hrlichen Einf&#x00FC;hrung in absurdes Theater und Ludwig Tieck als Autor der Romantik zug&#x00E4;nglich.</p>
<p>Das Buch umfasst zwei gro&#x00DF;e Teile: Zun&#x00E4;chst eine Einf&#x00FC;hrung, in der der romantische Hintergrund des St&#x00FC;ckes und Tiecks Einfluss auf das deutsche Drama geschildert werden, und dann der zweisprachige und kommentierte Theatertext. Die Einf&#x00FC;hrung besteht aus zwei Kapiteln. Im ersten Kapitel der Einf&#x00FC;hrung wird Ludwig Tieck im Kontext der Romantik geschildert. Obwohl er heutzutage als eine der Schl&#x00FC;sselfiguren der Gestaltung romantischer Genres und Muster gilt, schildert Gillespie ausf&#x00FC;hrlich, dass Tieck die Kernjahrzehnte der romantischen Epoche weitaus &#x00FC;berlebte. Er beschreibt die Kontinuit&#x00E4;t und spirituelle &#x00C4;hnlichkeiten zwischen dem romantischen Drama und neuen Richtungen, die w&#x00E4;hrend des <italic>Fin de Si&#x00E8;cle</italic> und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Obwohl Tieck zeitlich gesehen der Fr&#x00FC;hromantik angeh&#x00F6;rt, spielt er in seinen Werken mit den Begrenzungen der verschiedenen Stilrichtungen. Man sollte ihn denn auch, so Gillespie, in einem gr&#x00F6;&#x00DF;eren Kontext, in dem symbolistische, absurde und existentielle Charakteristiken eingeschlossen werden, betrachten (S. 14). Au&#x00DF;erdem &#x00FC;berschreite er oft die Grenzen der literarischen Gattungen:</p>
<disp-quote>
<p>Tieck&#x2019;s crossing of generic boundaries between prose fiction, drama, and cultural commentary strikingly exhibits the new Romantic readiness around 1800 to subordinate the structures of literature to the poet&#x2019;s creative mind. (S. 15)</p>
</disp-quote>
<p>Obwohl Tieck schon im ersten Teil dieses Kapitels als ein &#x201A;<italic>multifaceted and prolific writer</italic>&#x2018; (S. 15) beschrieben wird, wird dies erst im zweiten Teil, in dem Gillespie eine kurze Biographie Tiecks darstellt, plausibel gemacht. Seine Bekanntschaft mit gro&#x00DF;en Namen wie Novalis, Fichte, den Br&#x00FC;dern Schlegel, Goethe und Schiller werden aufgezeichnet. Au&#x00DF;erdem wird klar, dass Tieck auch beruflich eine sehr vielseitige Person war. Gillespie erw&#x00E4;hnt Tiecks T&#x00E4;tigkeit als Theaterkritiker, Essayist, &#x00DC;bersetzer, Herausgeber und Autor (S. 22&#x2013;23). Gillespie beschreibt Tiecks &#x201A;Dresdner Periode&#x2018;, in der er zuerst als Theaterkritiker f&#x00FC;r die <italic>Dresdner Abendzeitung</italic> und sp&#x00E4;ter als Dramaturg am Hoftheater und Herausgeber seiner eigenen Werke und der Werke von Kleist, Maler, M&#x00FC;ller, Lenz und so weiter, arbeitete, als bezeichnend f&#x00FC;r seine Evolution von Romantiker zu Realist (S. 27). Vor allem in Tiecks Bewunderung f&#x00FC;r das Fr&#x00FC;hwerk von Kleist und wegen Tiecks Herausgabe von Kleists St&#x00FC;cke <italic>Der Prinz von Homburg</italic> und <italic>Die Hermannsschlacht</italic> ist laut Gillespie ein Zeichen von Tiecks &#x201A;<italic>drift toward realism&#x2018;</italic> (S. 27) zu sehen. Das zweite Kapitel der Einf&#x00FC;hrung tr&#x00E4;gt als &#x00DC;berschrift &#x201A;<italic>Imagination in Search of a Theater</italic>&#x2018; [Phantasie auf der Suche nach einem Theater]. Gillespie versucht die Evolution des absurden Theaters zu erkl&#x00E4;ren, indem er das St&#x00FC;ck <italic>Der gestiefelte Kater</italic> (Tieck <xref ref-type="bibr" rid="CIT0011">1797</xref>) zentral stellt. Viele haben versucht, Tiecks Beispiel zu folgen, aber nur Eichendorff, Schnitzler und Hofmannsthal haben es, so Gillespie, geschafft, die Charakteristiken der Tieckschen Kom&#x00F6;die, wie zumBeispiel, den Gebrauch italienischer Masken, den Auftritt mythischer Figuren, das Motiv eines Spiels in einem Spiel und so weiter, in ihren eigen Werken erfolgreich zu verarbeiten. Aber erst Pirandello habe die Phantasie einen richtigen Platz im Drama geben k&#x00F6;nnen (S. 29). Gillespie beschreibt Tieck als den geistigen Vorl&#x00E4;ufer des Dramas von Pirandello zu D&#x00FC;rrenmatt und Ionesco. Diese Art von Phantasie hat also ein Jahrhundert f&#x00FC;r ihre Suche nach einem Theater gebraucht (S. 30). Auch sp&#x00E4;ter noch hat Tiecks Einfluss auf neue Theaterst&#x00FC;cke nachgewirkt. So erw&#x00E4;hnt Gillespie Tankred Dorsts (<xref ref-type="bibr" rid="CIT0003">1963</xref>) Adaptation <italic>Der gestiefelte Kater oder wie man das Spiel spielt</italic>, im Jahre 1963 uraufgef&#x00FC;hrt (S.31) und auch die Novelle <italic>The Master and Margarita</italic> von Mikhail Afanasievich Bulgakov (<xref ref-type="bibr" rid="CIT0001">1967</xref>), die 1966&#x2013;1967 posthum herausgegeben wurde, weist strukturelle Analogien zu Tiecks <italic>Der gestiefelte Kater</italic> auf (S.32). Anhand eines knappen Vergleichs mit unter anderen E.T.A. Hoffmann (S. 35) und Bertolt Brecht (s. 34) schildert Gillespie einen guten Einblick in einige Charakteristiken des absurden Theaters, zum Beispiel, die Zerst&#x00F6;rung der Illusion, das Aus-der-Rolle-Fallen der Schauspieler und das &#x201A;Spiel im Spiel&#x2019; (S. 34). Im letzten Teil dieses Kapitels bereitet Gillespie den Leser noch ganz spezifisch auf das St&#x00FC;ck <italic>Der gestiefelte Kater</italic> vor. Er behandelt sowohl strukturelle als auch inhaltliche Aspekte des Dramas und weist den Leser schon auf Charakteristiken des Absurden Theaters in den unterschiedlichen Akten und Szenen.</p>
<p>Der zweite Teil des Buches umfasst die bilinguale Fassung des St&#x00FC;ckes: Auf der linken Seite die deutsche Version, auf der rechten Seite ihre englische &#x00DC;bersetzung. Gillespie bietet dem Leser eine sehr textnahe englische &#x00DC;bersetzung. Au&#x00DF;erdem erkl&#x00E4;rt er anhand der Endnoten auch Eigenheiten der deutschen Sprache im Originaltext, zum Beispiel, Gebrauch der H&#x00F6;flichkeitsform (S.65, Fn. 15), Dialektw&#x00F6;rter (S.51, Fn. 3), Wortspiele (S.145, Fn. 45). Insgesamt f&#x00FC;gt er dem Theatertext 52 Endnoten hinzu. Nicht alle Endnoten umfassen sprachliche Erl&#x00E4;uterungen, Gillespie macht den Leser auch auf Referenzen auf andere St&#x00FC;cke aufmerksam. So ist auch dem Leser gedient, der sich nicht unbedingt mit romantischer Literatur auskennt. Referenzen auf <italic>Don Carlos</italic> von Schiller, <italic>Die neuen Arkadier</italic> von Christian August Vulpius, <italic>Die Zauberfl&#x00F6;te</italic> von Mozart, die Kom&#x00F6;dien <italic>Die Geschwister vom Lande</italic> und <italic>Die Entf&#x00FC;hrung</italic> von Johann Friedrich J&#x00FC;nger, <italic>Hesperus</italic> von Jean Paul und viele andere werden auf diese Weise nicht vom Leser &#x00FC;bersehen.</p>
<p>Diese kommentierte Ausgabe bietet sich als ein hilfreiches Exemplar romantischer Phantasie an. Der Theatertext in Kombination mit den erl&#x00E4;uternden Endnoten und der ausf&#x00FC;hrlichen Einf&#x00FC;hrung in das Absurde Theater und die Einfl&#x00FC;sse auf Ludwig Tieck haben zur Folge, dass der &#x00FC;ber 200 Jahre alte Text von Ludwig Tieck auch f&#x00FC;r heutige, englischsprachige LeserInnen, sehr aufschlussreich ist. Sowohl der deutsche Originaltext als auch die englische &#x00DC;bersetzung lassen sich sehr fl&#x00FC;ssig lesen und die extra dargebotenen Informationen tragen wesentlich zum ganzen Textverst&#x00E4;ndnis bei. Kritisch soll aber die Vielfalt an Typfehlern angemerkt werden, sowohl im englischen (15 Shakspeares; 129 hack; 145 modem English) als auch im deutschen Text (16 Dickhtkunst; 31 gestielefte; 54 Publilum; 88 Augenhlick). Wenn man aber &#x00FC;ber diese Sch&#x00F6;nheitsfehler hinweg sehen kann, kommt es einem beim Lesen so vor, als komme <italic>Der gestiefelte Kater</italic> aus dem Buch wieder zum Leben.</p>
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<title>Literaturverzeichnis</title>
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